Bezirksapostel Klingler in Peine

„Das könnte einer meiner kürzesten Gottesdienste werden“, scherzte unser Bezirksapostel noch in der Sakristei, „da er mit dem Schlusssegen beginnt.“

Als Bibelwort legte er dann 2. Korinther 13, 13 zugrunde:

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“

Zunächst erhielten wir die Anregung, diesen besonderen Segen, den uns Gott an der Schnittstelle von Sonntag und Alltag mitgibt, mit den Ohren und mit den Augen aufzunehmen, damit sich dieser besondere Augenblick noch besser einprägt.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ist immer eine Zuwendung des Herrn an uns, seine Zusage uns zu begleiten, zu führen und immer wieder anzunehmen. Gnade steht aber auch dafür, dass der Herr von uns etwas fordern darf, er kann erwarten, dass wir bereit sind, uns zu ändern. Der Bezirksapostel beschrieb das Bild eines Mannes, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, und der nun von seinem Arzt den Rat bekommt: „Ändere deine Lebensweise.“ Gott darf fordern, denn er hat immer zuvor gegeben. Diese Botschaften hören wir nur nicht ganz so gern, es ist aber notwendig, sich zu verändern, Gottes Wort auf sich zu beziehen, nicht auf Bruder und Schwester. Es ist auch notwendig, sich von der Sünde abzuwenden, an sich zu arbeiten und zu überwinden.

…die Liebe Gottes soll mehr sein als nur ein überschwängliches Gefühl, mit dem wir uns begegnen. Gottes Liebe hilft uns, sich noch mehr in den Anderen hinein zu versetzen, zu sehen, was braucht mein Nächster. Unser Umgang untereinander soll von der Liebe geprägt sein, die Jesus zeigte, als er dem Zöllner Zachäus begegnete: Nicht mit Anklagen oder Vorwürfen, sondern mit der Ankündigung: „Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.“ Diese liebevolle Einkehr war so tiefgreifend, dass der Herr hinterher sagen konnte: „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.“ (Lukas 19, 9)

…und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Diese Gemeinschaft des Heiligen Geistes schließt keinen aus, sie begleitet uns in unserem Alltag als führende und in uns gestaltende Kraft Gottes.

In diesem Gottesdienst erlebten wir im Abendmahl für unsere Entschlafenen einen besonderen bewegenden Moment.

Unser Priester i.R. Gerhard Schrader und seine Ehefrau Ingrid erhielten den Segen zu ihrer goldenen Hochzeit. In der sehr liebevollen und persönlichen Ansprache wurde die innige Verbindung unseres Bezirksapostels zum goldenen Hochzeitspaar spürbar. „Nimm mich bei der Hand, Vater“ hatten sich die beiden vom Chor gewünscht. Die Familie hatte noch einen besonderen Beitrag vorbereitet: Mit leiser Klavieruntermalung wurde ein Gedicht vorgetragen, in dessen letzten Zeilen es hieß: „Für diese Zeit mit dir möcht' ich dir dankbar sein, wie ein Gebet, wo für die Zeit mit dir und dein Zusammensein am Ende ‚Amen‘ steht.“

Mit Gebet und dem dreifachen Segen beendete unser Bezirksapostel diesen denkwürdigen Gottesdienst.

Der Chor setzte die verbindende Klammer zum Samstagabend mit dem Schlusslied: „Lobe den Herrn, meine Seele … und vergiss es nicht, was er dir Gutes getan hat!“

Text: Rai. L. / A.N. / Fotos: F. Ba.